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Verbandstrainer Hannes Mergner feiert JUBILÄUM

Chefausbilder Hans-Jürgen Mergner ist seit 30 Jahren Verbandscoach beim Württembergischen Tennis-Bund.

Text: Julia Klassen

Frauenversteher, leidenschaftlicher Chefausbilder, Motivator und Weltreisender in Sachen Tennis – Hannes Mergner ist ein Tausendsassa und vom WTB nicht wegzudenken. Seit 30 Jahren steht der gebürtige Bad Uracher in Diensten des Württembergischen Tennis-Bunds.

Wenn Hannes Mergner etwas anfängt, dann tut er das mit vollem Engagement und aus ganzem Herzen. Für ihn ist das Glas immer halbvoll und niemals halbleer. Ob Schülermentoren oder angehende A-Trainer – die Ausbildung des Trainer:innen-Nachwuchses ist seine Leidenschaft und die Teilnehmer:innen der Lehrgänge und Fortbildungen in Stuttgart-Stammheim oder Biberach spüren: hier brennt jemand für Tennis.

Hätte ihm jemand vor 55 Jahren eine solche berufliche Laufbahn prophezeit, Hannes Mergner hätte wohl nur ungläubig mit dem Kopf geschüttelt. Damals hatte er gerade seine erste Trainerstunde beim TC Metzingen hinter sich. „Oh je, des passt ja gar net“, erinnert er sich an die ersten Worte seines ersten Coaches. Den damals neunjährigen Mergner, den Linkshänder, der nicht wusste, wie er den Schläger halten sollte, in die Gruppe zu integrieren, war kein leichtes Unterfangen. Doch der kleine Hannes ließ sich nicht unterkriegen. Und hatte Erfolg.

Nur neun Jahre später gab er bereits selbst erste Trainingsstunden, zwei Jahre später übernahm der das Amt des Jugendwarts beim TC Metzingen. Nach seinem Abitur verweigerte er den Kriegsdienst, was ihm ein vom Kreiswehrersatzamt im Tübingen offiziell bestätigtes „staatlich geprüftes Gewissen“ bescherte, auf das er heute noch gerne hinweist.

Den folgenden Zivildienst leistete er in einem Heim für „schwererziehbare Kinder“ in Reutlingen ab – „Das hat mich ganz gut vorbereitet auf meine Arbeit mit den Tenniskindern“, wie er sagt. Ganz ernst meint er das natürlich nicht, aber geprägt haben ihn diese Jahre schon. Hannes Mergner setzt sich gerne für die ein, die es nicht ganz so leicht haben. Nachdem er neben seinem Studium in Tübingen (Germanistik, Biologie und Sport) als WTB-Bezirkstrainer in Neckartenzlingen (1982 bis 1988) und als Cheftrainer des TC Esslingen (1990) tätig war und die Lizenzen zum B-Trainer (1984) und zum A-Trainer (1987) erworben hatte, zog es ihn erst einmal ins Ausland.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD), dem DOSB, der Deutschen Botschaft und der ITF engagierte er sich als (Tennis-)Entwicklungshelfer bei den Ärmsten der Armen. In Ghana, Armenien, Südafrika und Jordanien. „Ghana“, sagt Hannes Mergner, „war ein Highlight. Die Kontakte dorthin bestehen heute noch.“

Hannes Mergner als junger Verbandstrainer mit Damen im LLZ in Stammheim

1992 dann war es soweit. Beim WTB wurde eine Stelle als Verbandstrainer frei und Hannes Mergner musste nicht lange überlegen – ebensowenig wie die Verantwortlichen beim WTB. Schließlich kannte man sich. Rund zehn Jahre lang war der heutige Kornwestheimer von da an als Verbandstrainer im Nachwuchsleistungssport tätig, ehe er seinen Schwerpunkt Auf die Trainer:innen-Ausbildung legte. „Es war und ist mir ein Anliegen, bestens ausgebildete Trainerinnen und Trainer zu haben“, sagt Hannes Mergner, der bereits 1996 gemeinsam mit dem Kultusministerium die Schülermentoren-Ausbildung ins Leben gerufen und 1996 einen Lehrauftrag in Südafrika zum Aufbau der Trainer:innen-Ausbildung für Lehrer:innen angenommen hatte.

Seit 2002 ist Hannes Mergner Chefausbilder beim WTB und organisiert gemeinsam mit seinem Kollegen Marc Allmacher von der Geschäftsstelle die Aus- und Fortbildungen für die Trainer:innen im WTB. Diese Aufgabe hält ihn aber nicht davon ab, sein Augenmerk auch auf andere Themen zu legen, die Aufmerksamkeit verdient haben.
Von Rüdiger Bornemann, Referent für Ausbildung und Training im DTB, bekam Hannes Mergner einst den Titel „Frauenversteher h.c.“ verliehen. Bereits zu Beginn seiner Tätigkeit im AfAT fragte der heute 64-Jährige nämlich immer wieder nach, ob bei Aus- und Fortbildungen auch geprüft wurde, ob es ReferentINNEN zum Thema geben würde.

Engagiert sich für Frauen im Trainerberuf: Hannes Mergner mit Judy Murray, Tennistrainerin und Mutter des britischen Tennisstars Andy Murray.

Laura Siegemund und auch Judy Murray, die als Referentinnen bei A-Fortbildungen (Göttingen) und ITKs (Berlin) auftraten waren eindrückliche Beispiele seiner Arbeit im Hintergrund zum Thema Gleichbehandlung. Durch seine konsequente, vertrauenswürdige, fördernde und nachhaltige Art ist es ihm gelungen, den Frauenanteil in der Ausbildung im WTB auf bis zu 50 Prozent zu erhöhen.
Auch Nachhaltigkeit ist ein Thema, das bei Hannes Mergner eine hohe Priorität genießt. Nicht nur in Sachen Umweltschutz und dem Bewusstsein für Ressourcen, sondern auch in Sachen Trainer-Ausbildung. Auch diese soll nachhaltig sein. „Wichtig ist es, die Trainer und Trainerinnen auch nach deren Ausbildung zu begleiten und die Ehrenamtlichen zu betreuen“, sagt er.

Klar ist, durch seine bejahende und positive Art, bindet er viele Trainer:innen nachhaltig an den WTB, ganz getreu seinem Motto: „Nicht nur die Vermittlung von Technik, Athletik, Taktik oder psychologischen Kompetenzen in der Trainer Ausbildung machen eine:n gute:n Trainer:in aus – es ist das Erwecken der Leidenschaft und die Liebe zum Unterrichten.“

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Last modified: 31. März 2023